Erster Geschichtsunterricht in der 5. Klasse

Wiewohl die Kinder auch schon in jüngeren Jahren an unserer Schule geschichtlichen Themen begegnen, etwa in den Erzählungen am Ende jedes Hauptunterrichtes, eröffnet der erste reguläre Geschichtsunterricht in der 5. Klasse ganz neue Welten. Es geht vor allem um die frühen orientalischen Hochkulturen Indiens, Persiens, Mesopotamiens und Ägyptens, die in konkret-bildhafter Darstellungsweise an die Kinder herangetragen werden. Viele Waldorflehrer knüpfen auch zuvor an noch frühere Phasen der Menschheitsentwicklung an und erzählen den Kindern von den Eiszeitmenschen, die bereits vor zwanzig- bis dreißigtausend Jahren in Europa lebten und viele Spuren hinterlassen haben. Mit gespanntem Interesse lauschen die Kinder, wie in paar Jugendliche im September 1940 die später berühmte Höhle von Lascaux entdeckten, und staunen über die Kunstfertigkeit der Höhlenmaler. Richtig schön wird es, wenn die Kinder dann selbst allerlei Mineralfarben herstellen und damit malen.

Die Schülerinnen und Schüler in der 5. Klasse zerreiben im Mörser Holzkohle- und Ziegelstückchen für Schwarz bzw. Rottöne. Für Ockergelb bzw. Braun nehmen wir Kurkuma und Kakao aus dem Küchenschrank, als Bindemittel kann man Hühnereier verwenden. Angeregt von den Bildern aus Lascaux malen die Kinder eigene Tierbilder auf Sandsteinplatten, wie man sie im Baumarkt kaufen kann.  So entsteht ein ganzes Mosaik aus „Höhlenbildern“.